Vom Ochsenkarren zum ICE

Das in die Frankenalb eingeschnittene Schwarzachtal bot sich zu allen Zeiten als Durchzugsgebiet an. Anlegestellen im Schwarzachgrund weisen darauf hin, dass zu verschiedenen Zeiten, wie etwa dem Frühmittelalter, auch die Schwarzach schiffbar war.

Die rege Nutzung des Tals bezeugen nicht zuletzt die Wege und Straßen, die vermutlich schon seit der Jungsteinzeit existierten. Besonders in der Hallstattzeit und dem Frühmittelalter traten sie im Raum Greding als Reste einer gepflasterten Straße zutage. Der Transport auf diesen Straßen erfolgte unter anderem mit Ochsenkarren. Um das Jahr 920 v. Chr. erlitt ein mit Scheibenrädern ausgerüsteter Karren einen Radbruch. Die Bruchstücke des havarierten Rades blieben am Straßenrad liegen. Es ist dreiteilig: Die Radsegmente aus Buche wurden auf jeder Seite von einer eingegrateten Spannleiste aus Eiche zusammengehalten.

Die Lokalbahnzeit

Bis ins späte 19. Jh. war Greding nur zu Fuß oder zu Pferd, mit Fuhrwerken oder der Postkutsche erreichbar. Das änderte sich erst 1888, als die Lokalbahn von Roth nach Greding, die „Gredl“, ihren Betrieb aufnahm. Anfangs fuhren täglich drei Zugpaare. Der Preis für die maximal 2,5 Stunden dauernde Fahrt betrug 1,40 Mark, was etwa dem Tageslohn eines Arbeiters entsprach. Trotz des hohen Preises waren die Züge besonders an Markttagen meist überfüllt. 1972 wurde der Personenverkehr im Teilabschnitt Greding - Thalmässing aufgegeben, zwei Jahre später auch die Strecke bis Hilpoltstein. Auf dem ehemaligen Gleisen verläuft heute der Gredl – Rad- und Wanderweg.

Von der Reichsautobahn zur A 9

Erste Ideen zum Bau einer Schnellstraße stammen bereits aus den 1920er Jahren. Damals plante man eine „Autofernstraße“ von Berlin nach Rom, deren deutscher Teil München, Leipzig und Berlin, „MüLeiBerl“, verbinden sollte. Die Nationalsozialisten beschleunigten den Ausbau der Reichsautobahnen. Die „MüLeiBerl“ wurde ab 1936 in mehreren Teilstrecken eröffnet, der Gredinger Abschnitt war 1938 fertiggestellt. Damit ist die heutige A 9 eine der ältesten Autobahnen in Deutschland. Bei den Grabungen entlang der ICE-Trasse stieß man immer wieder auf Reste des Baulagers der Reichsautobahn.

Reisen mit 300 Stundenkilometern

Deutschland hat mit 37.600 Kilometern eines der längsten Eisenbahnnetze Europas. Bereits seit den 1970er Jahren plante man den Ausbau des Bahn-Schnellverkehrs. Am 29. Mai 1991 konnte der ICE-Betrieb mit einer Sternfahrt von Bonn nach Kassel-Wilhelmshöhe eröffnet werden.

Die höhere Leistung und Geschwindigkeit der ICE-Züge machte neue Strecken ohne große Steigungen oder starke Kurven nötig. Im Herbst 1998 begannen die Bauarbeiten an der 171 Kilometer langen Verbindung „München - Ingolstadt - Nürnberg“. Die eigentliche Neubaustrecke zwischen Nürnberg und Ingolstadt sollte bis 2003 für die Höchst-geschwindigkeit von 300 km/h ertüchtigt werden.

Im Vorgriff auf die Bauarbeiten begannen im Frühjahr 1995 Rettungsgrabungen entlang der geplanten Trasse. Geologische Probleme verzögerten den Baufortschritt, so dass die Strecke erst zur Fußball-WM im Juni 2006 eröffnet werden konnte.

 

Vom Ochsenkarren zum ICE

Vom Ochsenkarren zum ICE: Links die Rekonstruktion des Scheibenrades von 920 v. Chr., rechts ein Triebrad eines ICE.

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