Die ältere Eisenzeit (800 bis 480 v. Chr.)

Namengebend für die ältere Eisen- oder Hallstattzeit ist ein 1846 entdecktes Gräberfeld auf dem Salzberg bei Hallstatt. Seit der ausgehenden Bronzezeit tritt Eisen als neuer Werkstoff immer deutlicher hervor. Durch den Handel mit Eisen entstand eine neue Oberschicht.

Statt der in der Bronzezeit üblichen Großsiedlungen entstanden vor allem in Bayern nun Einzelhöfe, sog. "Herrenhöfe". Die Innenbebauung bestand wie in normalen Siedlungen meist aus Wohn- und Stallgebäuden sowie aus Speichern und Vorratsgruben. Den Zugang markierte häufig ein repräsentatives Tor. Der Herrenhof bei Großhöbing ist die erste ergrabene Anlage dieser Art in Mittelfranken.

Seit etwa 6oo v. Chr. tritt eine reiche Oberschicht hervor. Sie zeigt sich in „Fürstengräbern“ und „Fürstensitzen“ wie der Heuneburg oder der Marienburg über Würzburg. Man pflegt Kontakte in den mediterranen Raum und benutzt Importe wie griechische Keramik und etruskische Bronzegefäße.

Siedlungen

Hallstattzeitliche Siedlungen sind meist nur in Ausschnitten ergraben. In der frühen Hallstattzeit siedelte man, wie schon in der Urnenfelderzeit, in kleinen Gehöften, die in lockerer Streuung nebeneinander lagen. Etwa seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. entstehen kleine Weiler und Dörfer. Die Grabhügel lagen jeweils in Sichtweite der Siedlung.

Eine mehrphasige Siedlung der Hallstatt- und Latènezeit lag im Talgrund der Schwarzach am Ortsrand von Großhöbing. Eine mehrperiodige Siedlung nahe Günzenhofen gruppierte sich um einen Tümpel. In ihrer Nähe fanden sich neun rechteckige Gargruben: die Nahrungsmittel werden in Blätter verpackt und zwischen heiße Steine gelegt

Schnitt Gargrube

Tod und Bestattung

In der jüngeren Hallstattzeit werden die Toten vermehrt als Körperbestattung unter Hügeln aus Steinen und Erde beerdigt. Die Größe der Hügel orientierte sich auch am Status der bestatteten Person. Die repräsentativen Grabhügel liegen meist unweit der Siedlungen. Gräber der Führungsschicht sind häufig reich ausgestattet. Der Tote liegt mit Kleidern und Schmuck in einer hölzernen Totenkammer, in besonderen Fällen mit Prunkwagen, Waffen und Luxusgütern wie Bronzegeschirr aus dem Mittelmeerraum. Im Randbereich des Hügels finden sich oft weitere Bestattungen.

Grabhügel Hallstattzeit

Grabhügel mit umfangreichem Geschirrsatz

Grabhügel im Schwarzachtal

Vier Hügel mit zentraler Grabkammer und umfangreichen Geschirrsätzen lagen am Verbindungsweg zwischen Großhöbing und Günzenhofen. Sie sind Teil einer Nekropole, die sich nach Westen fortsetzt. Eine größere Gruppe hallstattzeitlicher Grabhügel lag bei Großhöbing. Im größten Hügel fand man ein Eisenschwert mit Flügelortband, ein Nadelset und einen großen Geschirrsatz, darunter ein kleines vierspeichiges Rad und einen Schöpflöffel in Form eines Eichenblattes. Am südlichsten Hügel angelehnt lag ein Brandgrab in einer Grube von gut 1 m Seitenlänge. Die Kinderbestattung enthielt einen größerem Satz von Miniaturgefäßen. Innerhalb des Grabbezirkes lag auch eine Kultstätte, eine kleine runde Steinsetzung mit mächtigem Kultpfahl im Zentrum. Das Gräberfeld wurde bereits in der folgenden Latènezeit von einer Siedlung überbaut und z.T. schon antik beraubt.

Kultkreis der Hallstattzeit

Kleiner Kultkreis im hallstattzeitlichen Grabhügelfeld bei Großhöbing

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