Gräber und Beigaben

Die Bajuwaren setzten die Verstorbenen in ihrer Tracht bei und statteten sie mit Grabbeigaben aus. Davon haben sich in der Regel nur Gegenstände aus Metall, Bein, Glas oder Keramik erhalten. Aus der Qualität oder dem Fehlen der Beigaben erschließt die archäologische Forschung eine soziale Staffelung der Gesellschaft.

Männergräber

Die Ausstattung der Männergräber ist unterschiedlich. Viele Gräber enthielten überhaupt keine Beigaben. Möglicherweise stattete man diese Toten ursprünglich mit Objekten aus vergänglichem Material aus.

Einige Männer erhielten lediglich Kämme, Messer oder Sacknadeln, die als wichtige Gebrauchsgegenstände auch in ärmeren Bevölkerungsschichten vertreten waren. Unter den spärlicher ausgestatteten Toten fällt der relativ hohe Anteil an älteren Menschen auf. Auch Kinder erhielten meist eine reduzierte Ausstattung.

Die meisten der besser ausgerüsteten Toten verstarben im wehrfähigen Alter. Sie tragen in der Regel ein einschneidiges Hiebschwert, das Sax, an einem Gürtel mit eiserner Schnalle. Einige der Krieger waren beritten und trugen Reitersporen.

Ein zweischneidiges Schwert, die Spatha, besaßen nur Männer der Oberschicht. Zusammen mit einem repräsentativen Wehrgehänge betonte dieses zweischneidige Schwert die herausragende Stellung des Kriegers. Außerdem gehören Saxe als Zweitwaffe, prächtig verzierte Gürtelgarnituren, Reitzubehör sowie Lanze und Schild zur gehobenen Grabausstattung.

Frauen und Kinder

Zur einfacheren Ausstattung in Frauengräbern gehören Messer oder Kämme. Besser ausgestattete Frauen hatten dazu noch Ketten aus Glasperlen, Ohrringe und Gürtelschnallen. Silberne Schläfenringe wurden an einem Band oder einer Haube befestigt. Teil der gehobenen Trachtausstattung der Oberschicht sind Finger- und Armringe. Kindern wurden nicht selten Amulette ins Grab gelegt.

Im Gräberfeld gab es zwei hölzerne Grabhäuser über den Gräbern außergewöhnlich reich ausgestatteter Frauen. Eine ältere Dame (Grab 160) verstarb zwischen 625 und 650 n. Chr, eine jüngere (Grab 138) um 675 bis 700 n. Chr. Ihr kostbarer Schmuck belegt die Zugehörigkeit zur obersten sozialen Schicht. Beide Frauen waren vermutlich miteinander verwandt.

Textil- und Lederreste im Grab der der jüngeren Dame ermöglichen eine Teilrekonstruktion ihrer Bekleidung. Sie war in ein fein plissiertes Leinengewand gehüllt. Darüber trug sie ein Obergewand aus gemustertem Leinenköper und über den eng anliegenden Ärmeln ihres Gewandes lederne Stulpenhandschuhe. Zu ihrem Schmuck gehörten eine Goldscheibenfibel und antike goldene Ohrringe.

 

 

 

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